Graf von Thun-Hohenstein (1811-1888)

Österreichischer Minister für Kultus und Unterricht (1849-1860), böhmischer Landtagsabgeordneter sowie politischer Schriftsteller.

Graf Leo (Leopold) [1] von Thun-Hohenstein (* 7. April 1811 in Tetschen; † 17. Dezember 1888 in Wien; begraben in der Johannes-Kapellen-Gruft in Tetschen, katholisch) war österreichischer Minister für Kultus und Unterricht (1849-1860), böhmischer Landtagsabgeordneter sowie politischer Schriftsteller.

Familie

Graf Leo von Thun-Hohenstein  wurde am 7. April 1811 in Tetschen als drittes von fünf Kindern des Grafen Franz de Paula Anton  und der Gräfin Theresia Maria, geb. Brühl , geboren. Neben den beiden älteren Brüdern, Graf Franz Anton  und Graf Friedrich Franz Josef , hatte Leo noch zwei jüngere Schwestern, Gräfin Anna Maria  und Gräfin Josefine Elisabeth , kurz Juža genannt.

Leo von Thun-Hohenstein heiratete am 14. Oktober 1847 Caroline Gräfin von Clam-Martinic , Tochter des Grafen Karl Clam-Martinic  und der Lady Meade Selina . Die Freundschaft dieser beiden Familien bestand zum Zeitpunkt der Hochzeit bereits seit fast zehn Jahren. Die Ehe der beiden blieb kinderlos.

 

Leben

Jugend und Ausbildung

Thun-Hohenstein wurde streng religiös im Geiste des spät-josephinischen Reformkatholizismus erzogen [2] , von dem er sich im Lauf seines Lebens jedoch immer mehr distanzierte und war stark in der Tradition „Kirche, Kaiser und Reich[3] verankert: die katholische Kirche sollte zum Instrument zeitgemäßer Reformen werden, da Thun-Hohenstein die Ansicht vertrat, dass christliche Glaubensgrundsätze und die Frage der Bildung nicht in Widerspruch zueinander standen.

Der junge Graf wurde von den Lehren des Priesters, Philosophen und Mathematikers Bernard Bolzano (1781-1848), der die Bezeichnung des „historischen Katholizismus“ prägte und der Meinung war, der katholische Glaube sei „der Inbegriff aller Wahrheiten“ [4] , geprägt.

Die Erziehungs- und Ausbildungsaufgabe wurde von seinen Eltern an Hofmeister Johann Rohrweck übertragen, der Leo sowie seinen beiden Brüdern den Gymnasialunterricht und eine universitäre Grundausbildung im Elternhaus erteilte. Zwischen ihm und dem jungen Grafen entwickelte sich eine enge Freundschaft, welche Leo nachhaltig prägte. Obwohl der Vater den Ausbildungsweg seiner Söhne mit den sogenannten „philosophischen Jahrgängen“ für abgeschlossen erklärte [5] , entschlossen sich diese Jura zu studieren. Leo besuchte von 1827 bis 1831 die Prager juristische Fakultät, schloss sein Studium mit gutem Erfolg ab und wurde von Pater Franz Seraphin Schneider in den Exner-Bolzano-Kreis eingeführt. Neben den juridischen Pflichtfächern zeigte der Graf reges Interesse für Musik, Geologie sowie Botanik. [6]

Nach Abschluss seines Rechtstudiums folgte von 1831 bis 1835 eine Studienreise, die den jungen Grafen nach Deutschland (Dresden), England (London und Oxford) und Frankreich (Paris) führte. Dort studierte er das jeweilige Wohlfahrtswesen und zeigte großes Interesse an den unterschiedlichsten sozialen Einrichtungen: den Anstalten verwahrloster Klassen der Gesellschaft, den Erziehungsheimen oder den Taubstummenanstalten sowie Blindenheimen und für das Gefängniswesen. Diese Eindrücke prägten ihn nachhaltig, sodass er die Schrift „Die Notwendigkeit der moralischen Reform der Gefängnisse mit Hinweisung auf die zur Einführung derselben in einigen Ländern getroffenen Maßregeln“ (Prag 1836) verfasste. [7]

 

Administrative und politische Laufbahn

Thun-Hohenstein trat als 24-Jähriger 1835 in den böhmischen Staatsdienst ein und war zwei Jahre als Konzeptspraktikant beim Prager Kriminal- und Zivilrecht tätig. Anschließend absolvierte er ein zweijähriges Praktikum beim Prager Fiskalamt. Von 1840 bis 1842 arbeitete er in der Abteilung des böhmischen Landrechts, wo er zuerst als Auskultant beauftragt wurde und später die Funktion des Ratsprotokollisten inne hatte. Während dieser Zeit absolvierte er nebenbei die Richteramtsprüfungen aus dem Kriminal- und Zivilrecht. Am 30. Oktober 1839 wurde ihm das Dekret mit der Erlaubnis zur Ausübung des Richteramts für deutsche und böhmische Ortschaften überreicht.

Jedoch blieb Thun-Hohenstein nicht bei der Justizverwaltung, sondern trat nach Ablegung seiner Prüfung für den höheren Verwaltungsdienst 1842 in den politischen Verwaltungsbereich über. Von 1842 bis 1845 diente er als Kreiskommissar in den böhmischen Kreisämtern von Kouřím, Rakonitz und Königgrätz. Danach folgte eine Versetzung in die Hofkanzlei, wo er zunächst als Sekretär der niederösterreichischen Landesregierung und anschließend als Hofsekretär diente. Nach dieser „gehaltslosen“ Zeit beschloss er sich für eine sichere und bezahlte Arbeitsstelle zu bewerben. Die Vorstellung bei dem damaligen Innen- und Unterrichtsminister Graf Franz Stadion verlief erfolgreich und so sollte Thun-Hohenstein künftig seinen Dienst in Galizien verrichten. Am 30. Oktober 1847 wurde er zum Gubernialrat bei der galizischen Landesstelle befördert und übersiedelte im November mit seiner Gattin Caroline nach Lemberg. Aufgrund innerer Unruhen, welche durch die Märzrevolution des Jahres 1848 begünstigt wurden, begab sich der Graf auf „dringende“ Mission in die Kreisstädte Ostgaliziens. [8]

Die ersten Jahre im Staatsdienst

Im April 1848 wurde Leo von Thun-Hohenstein als Gubernialpräsident mit gleichzeitiger Ernennung zum Geheimen Rat nach Prag beordert. Nach kurzer Verzögerung trat Leo das Amt am 2. Mai 1848 in Prag an. In dieser Zeit, als der Graf die Regierungsgeschäfte aus den Händen Stadions übertragen bekam, waren angesichts der erregten Massen erste Anzeichen anarchischer Zustände spürbar. Durch die Juniereignisse – der Graf genehmigte den Slawenkongress Anfang Juni, bei dem die Slawen der Habsburger Monarchie die Forderung nach Gleichberechtigung kund taten und eine Eingliederung in den deutschen Nationalstaat verweigerten – machte er sich sowohl bei Deutschen als auch Tschechen unbeliebt. Die Anspannungen verstärkten sich und hatten unter anderem den Ausbruch der Junirevolution zur Folge. Bei einer öffentlichen Veranstaltung wurde Leo von der Studentenschaft als Geisel gefangen genommen und mit dem Tod bedroht, um eine Gewährleistung der eigenen Sicherheit zu erhalten. Allerdings wurde er später wieder frei gelassen. Jedoch wurde der Graf nun als „Verräter“ sowohl auf tschechischer als auch deutscher Seite angesehen. Im Zuge der revolutionären Ereignisse wurde er am 22. Juli 1848 seiner Stellung als Gubernialpräsident Böhmens enthoben. [9]

Thun-Hohenstein zog sich zurück und ging seiner schriftstellerischen Tätigkeit nach, als der Versuch, ein Reichtagsmandat zu erhalten, fehlschlug. [10]

 

Thun-Hohenstein als Unterrichtsminister

Am 28. Juli 1849 wurde ihm die Leitung des Ministeriums für Kultus und Unterricht übertragen, dessen Amt er bis zum 20. Oktober 1860 [11] inne hatte, ehe er seiner Stellung enthoben wurde. Begeistert machte er sich daran, die ausgearbeiteten Gesetzesentwürfe [[Franz Seraphin Exner]]s (1802-1853) und Hermann Bonitz’ (1814-1888) sowohl im Ministerrat, als auch beim Kaiser durchzusetzen und die Reform des österreichischen Unterrichtswesens zu einem Abschluss zu bringen. So[break] wurde durch verschiedene Erlässe und Verordnungen die Neuordnung der Gymnasien und Realschulen sowie der Universitäten verfügt, die Anordnung der Studien an den drei weltlichen Fakultäten und die Stellung der Hochschullehrer und deren Verdienst geregelt. [12]

Parallel zu dieser Umstrukturierung und Neuordnung des Bildungssystems führte Thun-Hohenstein die Konkordatsverhandlungen, jene völkerrechtlichen Vertragsverhandlungen zwischen der katholischen Kirche und dem Staat, am 14. September 1852, welche nach drei Jahren ihren Abschluss am 18. August 1855 fanden. [13]

 

Thun-Hohenstein als „konservativer Politiker“

Auch nach seinem „erzwungenen“ Amtsrücktritt als Minister für Kultus und Unterricht [14] widmete Leo von Thun-Hohenstein sein Leben der Politik. Bereits 1861 wurde er zum lebenslänglichen Mitglied des Herrenhauses ernannt, was er allerdings 1867 aus Protest gegen die liberale Politik und den österreichisch-ungarischen Ausgleich wieder zurücklegte. [15]

Zudem wurde er in den Jahren 1861-1867, 1870 und 1883-1888 in den böhmischen Landtag berufen und gehörte der Gruppe der böhmischen Feudalen an. Gemeinsam mit seinem Schwager Graf Heinrich Jaroslav von Clam-Martinic vertrat er die politischen und sozialen Interessen des böhmischen Feudaladels.

Ebenso konnte sich Thun-Hohenstein in der Förderung konservativer Publizistik behaupten. 1862 wählte man ihn in den Verwaltungs- und Redaktionsausschuss des „Vaterland“, eine katholisch-konservative Zeitung. Vier Jahre später wurde ihm aufgrund einer Redakteurkrise eine führende Position anvertraut, wodurch es ihm ermöglicht wurde, eigene Vorstellungen und Meinungen anzubringen und durchzusetzen. 1875 erwählte Leo von Thun-Hohenstein den „sozial-konservativen“ Freiherrn Carl von Vogelsang zum Redakteur der Zeitschrift, jedoch gestaltete sich die Zusammenarbeit der beiden als schwierig.

Am 17. Dezember 1888 starb Graf Leo von Thun-Hohenstein im Alter von 77 Jahren in Wien. Neben der Reformation des österreichischen Unterrichtswesens zeichnete sich Thun-Hohenstein besonders durch die Ausarbeitung des Konkordats vom 18. August 1855 aus.

 

Mitgliedschaften, Auszeichnungen und Ehrungen

Während seiner Zeit in Böhmen war Leo von Thun-Hohenstein Mitglied des wissenschaftlichen Arbeitskreises Franz Exners, der Böhmischen Museumsgesellschaft, des Böhmischen Kunstvereins, der Gesellschaft der patriotischen Kunstfreunde, des Prager Armeninstituts, des Vereins zur Ermunterung des Gewerbsgeistes. Zudem gründete er den Verein zum Wohl entlassener Züchtlinge, die Anstalt zur Erziehung verwahrloster Kinder sowie den Verein zur Errichtung von Lehrerbildungsanstalten. [16]

Außerdem trat er während seiner Zeit in Wien dem juridisch-politischen Leseverein, dem Künstlerverein Concordia und dem slawischen Philologenkreis bei. [17]

Nach seinem Rücktritt als Minister für Kultus und Unterricht wurde er mit dem Großkreuz des Leopold-Ordens ausgezeichnet. Zusätzlich wurde er zum Ehrenmitglied der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien ernannt. [18]

 

Rezeption

Graf Leo von Thun-Hohenstein war eine der denkwürdigsten und herausragendsten Persönlichkeiten des Vormärz. Sein Wirken als „Reorganisator“ des österreichischen Unterrichtswesens ist bis zum heutigen Tag von Bedeutung und die Auswirkungen seiner Reformen im Bildungswesen sind noch heute in der aktuellen Bildungspolitik feststellbar. Als konservativer Politiker sprach sich der Graf für den Abbau des Verwaltungszentralismus aus und vertrat die Interessen des böhmischen Feudaladels. [DL]

 

Bibliographie

Werkverzeichnis

  • Die Nothwendigkeit der moralischen Reform der Gefängnisse mit Hinweisung auf die zur Einführung derselben in einigen Ländern getroffenen Massregeln beleuchtet von Grafen L. v. Thun (Prag 1836)
  • Über den gegenwärtigen Stand der böhmischen Literatur und ihre Bedeutung (Prag 1842)
  • Die Stellung der Slovaken in Ungarn beleuchtet von Grafen L. v. Thun (Prag 1843)
  • Betrachtungen über die Zeitverhältnisse. Insbesondere im Hinblicke auf Böhmen (Prag 1849)
  • Die parlamentarische Regierungsform betrachtet im Hinblicke auf eine Reform des Parlamentes: eine Abhandlung (1863)
  • Die allerunterthänigsten Adressen des böhmischen Landtages vom 12. Dezember 1865 und 8. Dezember 1866. Nebst den am Schlusse der Debatten über dieselben von dem Berichterstatter der Adress-Kommissionen Grafen Leo Thun gehaltenen Reden (Prag 1867)
  • Die staatsrechtliche Zweispaltung Oesterreichs (Wien 1867)
  • Unsere Verfassungswirren und die böhmischen Fundamental-Artikel. Rede Seiner Excellenz des Herrn Grafen Leo Thun-Hohenstein, gehalten bei der Gründungsfeier des katholisch-conservativen Volksvereines in Graz am 23. Jänner 1872 (Vereinsgabe des kath.-polit. Preßvereines in Salzburg 2.1871/72,7) (Salzburg 1872)
  • Der Kampf um die Schule. Rede, gehalten im ersten allgemeinen österr. Katholikentage am 3. Mai 1877 (Wien 1877)
  • Zur Revision des ungarischen Ausgleiches (Wien 1877)

 

Ausgewählte Literatur zu Thun-Hohenstein

  • Frankfurter, Salomon, Graf Leo Thun-Hohenstein, Franz Exner und Hermann Bonitz. Beiträge zur Geschichte der österreichischen Unterrichtsreform, Wien 1893.
  • Ders., Graf Leo Thun-Hohenstein. in: Allgemeine Deutsche Biographie (= ADB), Bd. 38, Leipzig 1894, 178–212.
  • Lentze Hans, Leo Graf Thun-Hohenstein (1811-1888). in: Neue österreichische Biographie (Bd. 15), Wien 1963, 74–81.
  • Wozniak, Peter, Count Leo Thun. A Conservative Savior of Educational Reform in the Decade of Neo¬absolutism, in: Austrian History Yearbook 26 (1995) 61-81
  • Thienen-Adlerflycht, Christoph, Graf Leo Thun im Vormärz. Grundlagen des böhmischen Konservativismus im Kaisertum Österreich (Veröffentlichungen des Österreichischen Ost- und Südosteuropa-Instituts 6), Graz , Wien u.a. 1967.

 

Umfassende Bibliographie

  • Blenk, Gustav, Graf Leo Thun, in: Österreichische Monatshefte 5 (1949) 319-323.
  • Borodajkewycz, Taras, Aus der Frühzeit der Wiener Schule der Kunstgeschichte. Rudolf Eitelberger und Leo Thun, in: Karl Oettinger und Mohammed Rassem (Hg.), Festschrift für Hans Sedlmayr (München 1962) 321-348.
  • Ders., Leo Thun und Onno Klopp. Ein Gespräch nach Königgrätz um Österreichs Wesen und Zukunft, in: Gesamtdeutsche Vergangenheit. Festgabe für Heinrich Ritter von Srbik zum 60. Geburtstag am 10. November 1938 (München 1938) 320-334.
  • Cohen, Gary B., Education and Middle-Class Society in Imperial Austria 1848-1918 (West Lafayette, Indiana 1996).
  • Ders., His Majesty’s Czech Schools, 1848-1918, in: Acta Universitatis Carolinae – Historia Universitatis Carolinae Pragensis  47 (2007) 225-237.
  • Ders., Ideals and Reality in the Austrian Universities, 1850-1914, in: Michael Roth (Hg.), Rediscovering History. Politics, Culture and the Psyche (Stanford 1994) 83-101 und 454-58.
  • Drimmel, Heinrich, Die Hochschulreform von Thun-Hohenstein, in: Österreich in Geschichte und Lite­ratur 3 (1959) 1-7.
  • Egglmaier, Herbert, Die Einrichtung von Lehrkanzeln für Deutsche Philologie in Österreich nach der Universitätsreform der Jahre 1848/49, in: Beiträge und Materialien zur Geschichte der Wissenschaften in Österreich, hrsgg. v. Walter Höflechner (Publikationen aus dem Archiv der Universität Graz 11, Graz 1981) 359-411.
  • Ders., Graf Thun und das Rechtsstudium an den oberitalienischen Universitäten Padua und Pavia. Ein Beitrag zur Bildungs- und Wissenschaftspolitik im Alpen-Adria-Raum, in: Forschungen zur Geschichte des Alpen-Adria-Raumes. Festgabe für Othmar Pickl zum 70. Geburtstag, hrsgg. v. Herwig Ebner u.a. (Schriftenreihe des Instituts für Geschichte 9, Graz 1997) 107-118.
  • Ders., Reformansätze vor der Thunschen Reform. Feuchtersleben und das Konzept einer genuin österrei­chischen Universitätsreform, in: Mitteilungen der Österreichischen Gesellschaft für Wissenschaftsgeschichte 18 (1998) 59-85.
  • Frankfurter, Salomon, Graf Leo Thun-Hohenstein, in: Allgemeine Deutsche Biographie (= ADB). Bd. 38, Leipzig 1894 (Leipzig 1894) 178-212.
  • Ders., Graf Leo Thun-Hohenstein, Franz Exner und Hermann Bonitz. Beiträge zur Geschichte der öster­reichischen Unterrichtsreform (Wien 1893).
  • Heindl, Waltraud, Universitätsreform – Gesellschaftsreform. Bemerkungen zum Plan eines „Universitätsorganisationsgesetzes“ in den Jahren 1854/55, in: MÖSTA 35 (1982) 134-149.
  • dies., Universitätsreform und politisches Programm. Die Sprachenfrage an der Universität Krakau im Neoabsolutismus, in: Österreichische Osthefte 19 (1977) 79-98.
  • Helfert, Josef Alexander, Graf Leo Thun. Lehr- und Wanderjahre, in: Österreichisches Jahrbuch 15 (1891) 123-212.
  • Ders., Graf Leo Thun im kaiserlichen Justiz- und Verwaltungsdienst, in: Österreichisches Jahrbuch 16 (1892) 85-166.
  • Ders., Graf Leo Thun in Galizien, in: Österreichisches Jahrbuch 17 (1893) 57-146.
  • Ders. Graf Leo Thun, k. k. Gubernialpräsident in Böhmen, in: Österreichisches Jahrbuch 18 (1894) 93-185; 19 (1895) 137-224; 20 (1896) 179-254; und 21 (1897) 1-271.
  • Hussarek, Max, Die Verhandlungen des Konkordats vom 18. August 1855. Ein Beitrag zur Geschichte des österreichischen Staatskirchenrechts, in: Archiv für Österreichische Geschichte 109 (Wien 1922) 477-811.
  • Jäger, Albert, Graf Leo Thun und das Institut für österreichische Geschichtsforschung, in: Oesterreichisch-Ungarische Revue NF 8 (1890) 1-22.
  • Jungwirth, Eveline, Die philosophische Fakultät der Universität Wien von 1848 bis 1873 unter Berück­sichtigung der Thun-Hohensteinschen Universitätsreform (phil. Diss. Univ. Wien 1982).
  • Kraus, Hans-Christof, Leo Graf von Thun-Hohenstein, in: Criticón 136 (1991) 161-165.
  • Kubík, Ladislav (Hg.), Česká korespondence s Lvem Thunem (Praha 1970).
  • Langer, Adalbert, Graf Thun und das Naturrecht, in: Bohemia 22 (1981) 13-42.
  • Leitner, Rainer, Das Reformwerk von Exner, Bonitz und Thun. Das österreichische Gymnasium in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Kaderschmiede der Wiener Moderne, in: Sonja Rinofner-Kreindl (Hg.), Zwischen Orientierung und Krise. Zum Umgang mit Wissen in der Moderne (Studien zur Moderne 2, Wien-Köln-Graz 1998) 17-69.
  • Lentze, Hans, Andreas Freiherr von Baumgartner und die Thunsche Studienreform, in: Anzeiger der phil.-hist. Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1959, 162-179.
  • Ders., Graf Thun und die deutsche Rechtsgeschichte, in: MIÖG 63 (1955) 500-521.
  • Ders., Graf Thun und die voraussetzungslose Wissenschaft, in: Festschrift Karl Eder zum siebzigsten Geburtstag, hrsgg. v. Helmut J. Mezler-Andelberg (Innsbruck 1959) 197-209.
  • Ders., Leo Graf Thun-Hohenstein (1811-1888), in: Neue Österreichische Biographie. Bd. 15 (Wien 1963) 74-81.
  • Ders. Die Universitätsreform des Ministers Graf Leo Thun-Hohenstein (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Phil.-Hist. Klasse, Sitzungsberichte 239/2, Wien 1962).
  • Mazohl, Brigitte, Universitätsreform und Bildungspolitik. Die Ära des Ministers Thun-Hohenstein (1849-1860); in: Nachklänge der Aufklärung im 19. und 20. Jahrhundert, hrsgg. von Klaus Müller-Salget und Sigurd Paul Scheichl (Innsbrucker Beiträge zur Kulturwissenschaft. Germanistische Reihe 73, Innsbruck 2008) 129-149.
  • Mazohl-Wallnig, Brigitte, Der Einfluss Bolzanos und der Bolzanisten auf die österreichische Univer­sitätsreform der Jahre 1848/49, in: Helmut Rumpler (Hg.), Bernard Bolzano und die Politik. Staat, Nation und Religion als Herausforderung für die Philosophie im Kontext von Spätaufklärung, Frühnatio­nalismus und Restauration (Studien zu Politik und Verwaltung 61, Wien-Köln-Graz 2000) 221-246.
  • Meister, Richard, Entwicklung und Reformen des österreichischen Studienwesens. Teil I: Abhandlung. Teil II: Dokumente (Österreichische Akademie der Wissenschaften, Phil.-Hist. Klasse, Sitzungsberichte 239/1, Wien 1963).
  • Ders., Lehr- und Lernfreiheit in der Thunschen Universitätsreform und in der Gegenwart in Österreich, in: Anzeiger der phil.-hist. Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften 1957, 207-232.
  • Ders., Die Universitätsreform des Ministers Graf Thun-Hohenstein. Inaugurationsrede gehalten am 23. November 1949, in: Die feierliche Inauguration des Rektors der Wiener Universität für das Studienjahr 1949/50 (Wien 1949) 85-100.
  • Ogris, Werner, Die Universitätsreform des Ministers Leo Thun-Hohenstein. Festvortrag anläßlich des Rektorstages im Großen Festsaal der Universität Wien am 12. März 1999, in: ders., Elemente europäischer Rechtskultur. Rechtshistorische Aufsätze aus den Jahren 1961-2003, hrsgg. v. Thomas Olechowski (Wien-Köln-Weimar 2003) 333-344.
  • Prinz, Friedrich, Graf Leo Thun, in: Karl Bosl (Hrsg.), Lebensbilder zur Geschichte der böhmischen Länder. Bd. 2 (München 1976) 139-167.
  • Rak, Jiří, Politische Aspekte der Sprachenfrage in Vormärzböhmen. Am Beispiel Graf Leo von Thun, in: Germanoslavica. Zeitschrift für germanoslavische Studien 1 (1994) 23-59.
  • Schneider, Alfred, Briefe österreichischer Gelehrter aus den Jahren 1849-1862. Beiträge zur Geschichte der österreichischen Unterrichtsreform. Mit Einleitungen und Anmerkungen, in: Archiv für österreichi­sche Geschichte 113 (1936) 167-304.
  • Seiler, Martin, Das "Manifest der österreichischen Philosophie". Die Materialien Kurt Blaukopfs über die Berufung Robert Zimmermanns an die Universität Wien (1860-1861), im Spiegel von Philosophiege­schichte, Universitätsreform, Berufungspolitik, staatlicher Religions- und Konfessionsgesetzgebung und Verfassungsgeschichte. http://www.univie.ac.at/ivc/WWUK/manifest.htm.
  • Stachel, Peter, Das österreichische Bildungssystem zwischen 1749 und 1918, in: Karl Acham (Hg.), Geschichte der österreichischen Humanwissenschaften. Bd. 1: Historischer Kontext, wissenschaftssozio­logische Befunde und methodologische Voraussetzungen (Wien 1999) 115-146.
  • Thienen-Adlerflycht, Christoph, Graf Leo Thun-Hohenstein als nachjosephinischer Vorkämpfer eines aufgeklärten Konservativismus, in: Ulrich E. Zellenberg (Hg.), Konservative Profile. Ideen & Praxis in der Politik zwischen FM Radetzky, Karl Kraus und Alois Mock (Graz-Stuttgart 2003) 103-168.
  • Ders., Leo Thun im Vormärz. Grundlagen des böhmischen Konservatismus im Kaisertum Österreich (Veröffentlichungen des österreichischen Ost- und Südosteuropa-Institutes 6, Graz-Wien-Köln 1967).
  • Weinzierl, Erika, Die österreichischen Konkordate von 1855 und 1933 (Österreich Archiv, Wien 1960).
  • Winter, Eduard, Bernard Bolzano. Ein Lebensbild (Bernard Bolzano Gesamtausgabe, Einleitungsband I/1, Stuttgart-Bad Cannstatt 1969).
  • Ders., Graf Leo Thun, in: Erich Gierach (Hg.), Sudetendeutsche Lebensbilder. Bd. 3 (Reichenberg 1934) 301-304.
  • Wozniak, Peter, Count Leo Thun. A Conservative Savior of Educational Reform in the Decade of Neo­absolutism, in: Austrian History Yearbook 26 (1995) 61-81.
  • Zentralanstalt für Meteorlogie und Geodynamik, Allerunterthänigster Vortrag des Ministers für Cultus und Unterricht Leo Grafen von Thun. Betreffend der Errichtung einer Centralanstalt in Wien für meteorologische und magnetische Beobachtungen ; Festakt 150 Jahre Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Festsaal, 4. Oktober 2001, (Wien 2001)
  • Zikulnig, Adelheid, Restrukturierung, Regeneration und Reform. Die Prinzipien der Besetzungspolitik der Lehrkanzeln in der Ära des Ministers Leo Graf Thun-Hohenstein (phil. Diss. Univ. Graz 2002).
  • Zimmermann, Franz, Das Ministerium Thun für die Evangelischen im Gesamtstaate Österreich 1849-1860 (Wien 1926).

 

Porträtnachweis

Österreichisches Jahrbuch 15 (1891) Porträtsammlung in der Österreichischen Nationalbibliothek

 

Galerie

[1] Da er von seiner Familie „Leo“ gerufen wurde, nahm er die Kurzform seines Namens bei seiner Firmung zu seinem eigentlichen Taufnamen hinzu. vgl. Frankfurter, Salomon, Graf Leo Thun-Hohenstein. in: ADB, Bd. 38, Leipzig 1894, S. 178–212, hier S. 178.
[2] vgl. Thienen-Adlerflycht, Christoph, Graf Leo Thun im Vormärz. Grundlagen des böhmischen Konservativismus im Kaisertum Österreich (Veröffentlichungen des Österreichischen Ost- und Südosteuropa-Instituts 6), Graz, Wien u.a. 1967, S. 63.
[3] ebd., S.27
[4] Winter, Eduard, Bolzano, Bernard. In: Neue Deutsche Biographie, Bd. 2, Berlin 1955, S. 439.
[5] Da der Vater Franz Anton von Thun-Hohenstein die Regierung Metternichs ablehnte, verweigerte er seinen Söhnen zunächst eine politische Laufbahn. Vielmehr sollten sie sich kulturell oder sozial in Böhmen auszeichnen. Erst auf Zureden seiner Gemahlin Theresia Maria und des Erziehers Johann Rohrweck, konnten sich die Söhne weiterbilden. vgl. Thienen-Adlerflycht, Graf Leo Thun, S. 67-68.
[6] vgl. Frankfurter, Leo Thun-Hohenstein, S. 179.
[7] vgl. ebd., S. 179-180
[8] vgl. Frankfurter, Leo Thun-Hohenstein, S. 185.
[9] vgl. ebd., S. 186-190.
[10] vgl. ebd., S. 190.
[11] Die absolutistisch-zentralistische Regierungsform wurde durch das Oktoberdiplom vom 20. Oktober 1860 beendet. Somit wurde auch das Ministerium für Kultus und Unterricht als selbständige Zentralstelle aufgelöst. Erst 1867 wurde es wieder als eigenes Ressort errichtet. vgl. ebd. S. 202.
[12] vgl. Frankfurter, Salomon, Graf Leo Thun-Hohenstein, Franz Exner und Hermann Bonitz. Beiträge zur Geschichte der österreichischen Unterrichtsreform, Wien 1893, S. 34-39.
[13] Graf Thun galt als einer der hauptverantwortlichen Drahtzieher und war bemüht, die Position der katholischen Kirche zu stärken, gleichzeitig kämpfte er aber auch gegen konfessionelle und nationale Vorurteile. Trotzdem war das 36 Artikel umfassende Konkordat für Nichtkatholiken ein harter Schlag, zumal die katholische Kirche an Macht und Einfluss gewann und gegenüber anderen Konfessionen viele Sonder- und Vorrechte verliehen bekam. Das Konkordat vom 18. August 1855, abgedruckt in: Fischer-Weinzierl, Erika, Die Österreichischen Konkordate von 1855 und 1933, S. 250-258.
[14] Leo von Thun-Hohenstein sprach sich gegen die liberale Politik aus und galt als Gegner des Oktoberdiploms von 1855.
[15] vgl. Prinz, Friedrich, Graf Leo Thun. in: Karl Bosl (Hrsg.), Lebensbilder zur Geschichte der böhmischen Länder (Band 2), München, Wien 1976, S. 139–168.
[16] vgl. Thienen-Adlerflycht, Graf Leo Thun, S. 148.
[17] vgl. ebd., S. 148.
[18] vgl. Frankfurter, Exner, S. 39.